In diesem Artikel wird der Wandel der Sicherheitspolitik im Cyber-Space, ausgehend von einer zunehmenden Vernetzung sämtlicher elektronischer Geräte, thematisiert. Die staatliche Sicherheitspolitik bleibt davon zukünftig nicht unberührt.
Veröffentlicht im Magdeburger Journal für Sicherheitsforschung, 02/2011, 102-114.
Einleitung
Die Teilnahme des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg am G8-Gipfel 2011 dürfte letzte Zweifel am Stellenwert von Cyber-Sicherheit ausgeräumt haben. Dass ein junger Firmengründer den Mächtigen der Welt beim Verständnis ihres neuen (sicherheits-) politischen Umfelds half, kennzeichnet den Wandel der Sicherheitspolitik im Cyber-Space zu Lasten der etablierten Politik. Enorme Verschiebungen zu Lasten staatlicher Sicherheitspolitik sind, ausgelöst durch das Netz, in vollem Gange. Welchen Stellenwert wird Cyber-Sicherheit zukünftig erhalten? Was bedeutet Sicherheit im Netz? Welche Akteure dominieren die elektronische Zukunft? Kann die Politik mit der Technik Schritt halten? Die Antworten auf diese und vor allem die letzte Frage werden für Politik und Gesellschaften in der Zukunft entscheidend sein.
Die Teilnahme des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg am G8-Gipfel 2011 dürfte letzte Zweifel am Stellenwert von Cyber-Sicherheit ausgeräumt haben. Dass ein junger Firmengründer den Mächtigen der Welt beim Verständnis ihres neuen (sicherheits-) politischen Umfelds half, kennzeichnet den Wandel der Sicherheitspolitik im Cyber-Space zu Lasten der etablierten Politik. Enorme Verschiebungen zu Lasten staatlicher Sicherheitspolitik sind, ausgelöst durch das Netz, in vollem Gange. Welchen Stellenwert wird Cyber-Sicherheit zukünftig erhalten? Was bedeutet Sicherheit im Netz? Welche Akteure dominieren die elektronische Zukunft? Kann die Politik mit der Technik Schritt halten? Die Antworten auf diese und vor allem die letzte Frage werden für Politik und Gesellschaften in der Zukunft entscheidend sein.
Der Begriff Cyber bedeutet vernetzte elektronische Informationssysteme. Die Gesamtheit aller vernetzten, elektronischen Informationssysteme, „sämtliche Computernetze der Welt und alles, was sie steuern und miteinander verbinden“(1), bilden wiederum den Cyber-Space inklusive des Internet.
Die Begriffe Cyber-Space und Internet werden oft wechselseitig und damit irreführend verwendet. An oberster Stelle steht jedoch der Begriff des Cyber-Space, denn das Internet ist Teil dessen, nicht aber umgekehrt. Beispielsweise sind die internen Computersysteme des Pentagon nicht Teil des offenen World Wide Web, aber natürlich Teil der Gesamtheit vernetzter elektronischer Informationssysteme, also des Cyber-Space. Dabei ist der Cyber-Space sowohl physischer (Bsp.: PCs, Glaserfaserkabel, USB-Sticks, Hardware) wie nicht-physischer Natur (Bsp.: WLAN, UMTS, Satellitenübertragung, Software). Das heißt auch, Attacken und Sicherheit im Cyber-Space sind nicht kinetischer Natur, können aber kinetische Folgen nach sich ziehen.
Ein derartiges Umfeld lässt keine absolute Sicherheit zu. Sicherheit, „die Gewissheit der eigenen Unversehrtheit“(2), kann es im Cyber-Space deswegen nicht geben, weil Gewissheit nicht herstellbar ist. Bis heute gilt nach Hauptmann Christian Czosseck vom NATO-CCDCOE(3) die Regel: „Jede Software hat Schwachstellen“(4). Da Politik, Militär, Wirtschaft, Organisationen, private Haushalte und unzählige andere Akteure täglich Software benutzen und von dieser abhängig sind, können sich diese niemals gewiss sein, dass ihre elektronischen Systeme unversehrt bleiben. Durch den anhaltenden technischen Fortschritt ist ein Ende dieser Entwicklung nicht absehbar, so dass die Verwundbarkeit ganzer Gesellschaften stetig wächst, denn „mit größerer Abhängigkeit geht größere Verwundbarkeit einher“(5).
(1) Clarke, R. & Knake, R. (2011). World Wide War. Angriff aus dem Internet, S. 103.
(2) Zangl, B. & Zürn, M. (2003). Frieden und Krieg, S. 172.
(3) Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence.
(4) Zitiert nach: Schuller, K. (2010). „Das fünfte Schlachtfeld“: Der Spion, der aus dem Cyberspace
kam. In: http://www.faz.net/s/RubFC-06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E2C FCE11426824B73A0981CE25C58CAD7~ATpl~Ecommon~Scontent.html (20.06.2011).
(5) Yorke, C. (2010). Cybersecurity and Society: bigsociety.com. The World Today, 66 (12), 19.
(3) Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence.
(4) Zitiert nach: Schuller, K. (2010). „Das fünfte Schlachtfeld“: Der Spion, der aus dem Cyberspace
kam. In: http://www.faz.net/s/RubFC-06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E2C FCE11426824B73A0981CE25C58CAD7~ATpl~Ecommon~Scontent.html (20.06.2011).
(5) Yorke, C. (2010). Cybersecurity and Society: bigsociety.com. The World Today, 66 (12), 19.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen