Donnerstag, 31. Dezember 2009

Warum Nacktscanner kein Mehr an Sicherheit bieten

Die USA und die Niederlande führen sie bereits ein. In Deutschland und anderswo wird fleißig über ihre Einführung diskutiert. Nach dem gescheiterten Anschlag von Detroit werden der Bevölkerung die sogenannten Nacktscanner als unausweichliches Mittel präsentiert, um die Sicherheit im Flugverkehr zu gewährleisten.

Die Einführung der Nacktscanner würde aber nicht zu mehr Sicherheit führen. Warum? Dafür gibt es drei gute Gründe:

1. Wenn es den Terroristen nicht mehr gelänge in Flugzeugen Anschläge zu verüben, könnten sie einfach auf andere Ziele ausweichen. Der Bahnverkehr oder die Abflughallen von Flughäfen sind gar nicht gesichert und Menschen mit Koffern sind dort nichts ungewöhnliches. In der Vergangenheit sind diese Ziele ja auch bereits ausgwählt worden. Man hält einen Terroristen nicht dadurch von seinem Verbrechen ab, dass man ein potenzielles Ziel als solches eliminiert. Ein Terrorist lässt sich nur durch vorherige Festnahme von seinem Anschlag abhalten.

2. Jedes Sicherheitssystem lässt sich umgehen. Der Sicherheitswahn an Flughäfen wurde in den letzten Jahren ja immer größer. Der Anschlagsversuch an Bord des Delta Airlines Airbus ist aber der beste Beweis, dass sich jedes Sicherheitssystem umgehen lässt. Wenn jetzt über neue Systeme diskutiert wird, kann man davon ausgehen, dass potenzielle Attentäter diese Diskussion sehr aufmerksam verfolgen und bereits darüber nachdenken wie die Neuerungen zu umgehen sind.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Iranisches Atom- und Raketenprogramm: Nicht zu friedlichen Zwecken

Wenn in der Presse über das iranische Atomprogramm geschrieben wird, tauchen immer die Begriffe „Atomanlage“, „Atomeinrichtung“ usw. auf. Dass der Iran dabei seit x Jahren von einer Verhandlungsrunde zur Nächsten im Grunde macht was er will, scheint niemanden ernsthaft zu stören. Während in Europa immer wieder über Dialogprozesse mit Teheran diskutiert wird, schaffen dir Iraner einfach Fakten. Beispiele: Die neue Anreichungsanlage bei Ghom, die Inbetriebnahme von neuen und leistungsfähigeren Zentrifugen und so weiter.

Wahr ist, dass, wie immer wieder in der Presse betont, das iranische Atomprogramm aus rein technischer Sicht friedlichen Zwecken dienen könnte. Selten wird aber der Zusammenhang zwischen dem Atom- und dem Raketenprogramm des Iran hergestellt. Die Iraner machen kein Geheimnis daraus, dass sie an Mittelstreckenraketen arbeiten (http://www.youtube.com/watch?v=5dMRRkdghkg). Die Shahab 3 fliegt bereits und die Shahab 4 befindet sich in der Entwicklung.

Eine gute Aufstellung der iranischen Programme gibt es hier: http://www.globalsecurity.org/wmd/world/iran/index.html

Gerade die Mittelstreckenraketen sind der ausschlaggebende Punkt dafür, dass das Atomprogramm nicht friedlichen Zwecken dient. Raketen sind Trägersysteme. Also macht ein Raketenprogramm nur Sinn, wenn es auch etwas gibt, was diese Rakete in ein potenzielles Ziel tragen könnte.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Lektionen vom Hindukusch

Langsam ist es an der Zeit, dass Politik und Bevölkerung damit beginnen ein paar Lektionen aus dem Afghanistan-Einsatz zu lernen.

1. Wir haben unser eigentliches Ziel aus den Augen verloren und kaum einer hat es gemerkt. Nach dem 11.09.2001 war das Ziel Al Qaida zu zerschlagen und Osama bin Laden auszuschalten. Daran war auch die Bundeswehr mit dem KSK aktiv beteiligt. Von der Jagd auf Al Qaida und bin Laden redet aber niemand mehr. Weder ist Al Qaida geschlagen, noch ist bin Laden gefasst. Würde sich Osama nicht hin wieder mal per Tonband bei Al-Dschasira melden, würde sich wahrscheinlich auch keiner mehr an ihn erinnern. Dabei ist Al Qaida keineswegs geschlagen. Es wird aber nur noch über „Nation-Building“, Taliban, etc. geredet.
In Zukunft sollten wir für laufende und kommende Auslandseinsätze konkrete Ziele und Zwischenziele definieren und diese dann auch tatsächlich verfolgen, anstatt uns einfach so in Dinge hineinziehen zu lassen.