Samstag, 10. Oktober 2009

Trends in der australischen Sicherheitspolitik

Mit dem neuen Defence White Paper macht die australische Regierung einige der Trends deutlich, mit denen das Land und auch die Region in den nächsten Jahren konfrontiert sein werden.

Das Land versteht sich auch weiterhin als wichtige Ordnungsmacht in der Region. Gerade im Hinblick auf die pazifischen Inselstaaten, aber auch in Richtung Südost-Asien. Die Intervention auf den Salomonen 2003 zeigt, dass Australien bereit ist, in der Region auch militärisch Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig führt das Land eine Reihe von Hilfsprogrammen für diese Staaten durch. Die Gemeinden der Bürger pazifischer Inselstaaten in Australien stellen eine wichtige Brücke zu diesen Ländern da. Einerseits ist Australien durch sie mit diesen Ländern verbunden und von Entwicklungen dort betroffen. Anderseits stellen die Geldüberweisungen der Menschen in ihre Inselheimaten für diese Länder einen sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Aufstieg Chinas. Das Reich der Mitte investiert mehr und mehr in seine hochseetaugliche Marine. Nicht wenige Analysten rechnen damit, dass die Anzahl chinesischer Kriegsschiffe und U-Boote in den nächsten Jahren weiter steigen wird und mittel- bis langfristig auch Flugzeugträger dazu kommen werden. Ein wichtiges Indiz dazu ist der Ausbau chinesischer Marinebasen. So hat China auf der Insel Hainan seinen Marinestützpunkt Sanya großzügig ausgebaut, so dass dieser theoretisch in der Lage wäre Flugzeugträger oder eine Reihe von U-Booten zu versorgen. Der Hafen Gwadar in Pakistan wird ebenfalls mit chinesischer Hilfe ausgebaut und das Land verhandelt mit einer ganzen Reihe von Ländern im süd-asiatisch-pazifischen Raum über Nutzung oder Bau von Marinebasen. Unter anderem sind dies Nauru, Burma, Malediven, Indonesien und Ost-Timor. Letzteres ist gerade deswegen sehr interessant da hier große Erdgasvorkommen vermutet werden. Diese sind nicht nur für China, sondern auch für Australien von großem Interesse.

Als Reaktion darauf wird auch in Canberra über einen Ausbau der eigenen Marine nicht nur nachgedacht. Die australische Navy plant mittelfristig den Bau von 12 neuen U-Booten, welche auch über die Fähigkeit zur Bekämpfung von Landzielen durch Flugkörper verfügen sollen. Getestet wurde vor kurzem eines der amphibischen Angriffsschiffe der US Navy. Diese können auch als schwimmende Basis für Hubschrauber oder Senkrechtstarter eingesetzt werden und ist insofern interessant, als dass die australische Luftwaffe 100 F-35 in den USA bestellt hat. Diese sind auch in einer Version mit Senkrechtstarterfähigkeit lieferbar.

Als kommender strategischer Partner wird in Canberra ein Land gehandelt, dass ebenfalls weiter in seine Marine investiert. Mit Indien verbindet Australien zum einen, dass beide Länder Demokratien sind. Aber auch der gesunde Respekt vor einem weiteren Aufstieg Chinas. Inwieweit dies aber tatsächlich in reale Politik umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Zumal auch die USA als sehr enger Alliierter in der Region auf keinen Fall untätig bleiben werden.

Links:
Australian Government (2009). "Defending Australia in the Asia Pacific Century."

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