Vor Syrien wächst Russlands Marinepräsenz. Stellt das eine Gefahr dar? Was ist die Motivation Moskaus und welche Folgen hat dieser Einsatz? Fakt ist, die russischen Signale sprechen eine eindeutige Sprache.
Eindeutiges politisches Signal
Die Russen kündigen seit Jahren viel an. Einmal wollten sie ihren Ex-Stützpunkt in Vietnam wieder eröffnen, dann von Venezuela aus öfter eine Präsenz in der Karibik unterhalten. Schließlich ist immer wieder vom Bau neuer großer, nukleargetriebener Flugzeugträger in Russland die Rede, ohne dass bisher irgendwas auf Kiel gelegt worden wäre. Also Vorsicht mit Meldungen aus Russland.
Nichtsdestotrotz ist die russische Marinepräsenz im Mittelmeer ist eine prägnante Demonstration politischen Willens. Ganz klar. Die Größe der russischen Task Force symbolisiert mehr als eine bloße Routinepräsenz:
"On May 16, Russian Pacific fleet warships including a destroyer and two amphibious warfare ships entered the Mediterranean through the Suez Canal to reinforce Russia’s new “Mediterranean taskforce.” The taskforce already consists of vessels from Northern, Baltic, and the Black Sea Fleets, divided into several tactical groups – attack, antisubmarine and minesweeping." (Quelle: Niklas Anzinger, American Enterprise Institute)
Das Signal an Assad aus Moskau ist: Wir lassen dich so schnell nicht fallen und sagen das durch unsere Präsenz auch dem Rest der Welt. Das Signal an den Westen ist: Ihr könnt nicht einfach tun und lassen, was ihr wollt. Wir sind vor Ort. Jedwede Militärintervention des Westens in Syrien hätte auch eine maritime Komponente, etwa Flugzeugträger oder U-Boote und Zerstörer, die Marschflugkörper abfeuern. Eine stärkere russische Präsenz im Mittelmeer macht die politische Entscheidung für eine Intervention sicher nicht einfacher, sondern verkompliziert die Lage zusätzlich. Das wissen sie in Moskau auch.



